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#19 weintaufe – ein schöner, verbindender brauch

Ein Brauch (von althochdeutsch bruh ‚Nutzen‘; auch Usus, von lateinisch uti ‚gebrauchen‘) ist lt. Wikipedia eine innerhalb einer Gemeinschaft entstandene, regelmäßig wiederkehrende, soziale Handlung von Menschen in festen, stark ritualisierten Formen. Bräuche sind Ausdruck der Tradition. Sie dienen ihrer Erhaltung und Weitergabe sowie dem inneren Zusammenhalt der Gruppe (Gruppenkohäsion).

Die WEINWEIHE ist ein wunderschöner Brauch, der in Deutschkreutz jedes Jahr am 27. Dezember, dem Johannitag, stattfindet.  Er hat bereits eine lange Tradition.

Heuer hatten wir die Ehre, viele Gäste in unserem Keller begrüßen zu dürfen. Das Fest dauerte bis in die frühen Morgenstunden und alle unsere Gäste haben reichlich vom gesegneten Wein getrunken. Für die Gesundheit im Neuen Jahr ist also gesorgt, zumindest haben viele unserer Gäste vorsorglichen Schlücke vom geweihten Wein zu sich genommen…

Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes wurden die mitgebrachten Weine der einzelnen Weingüter gesegnet. Im Anschluss an die Zeremonie in der Kirche fanden sich die Mitglieder des Weinbauvereines, Ehrengäste aus Kirche und Politik, Familienmitglieder sowie unsere Nachbarn und Freunde, in unserem Weinkeller ein. Die Gäste wurden zunächst vom Hausherren willkommen geheißen, bevor er den geweihten Wein in drei seiner Fässer goss.

Folgender Spruch wurde bei der Zeremonie im Weinkeller vorgetragen:

Nach altem Brauch – und nicht zum Spaß – schütten wir geweihten Wein ins erste Fass.
Mäßig getrunken und mit Bedacht hat Wein schon vielen Gesundheit gebracht.
Er rege den Geist an und löse die Zungen, gebe Frohsinn und Kraft Alten und Jungen!  VIVAT!

Ins zweite Fass den Wein wir geben – als Warnung vor dem Saft der Reben.
Denn Trunksucht und Unmäßigkeit bewirken Krankheit, Not und Streit.
Drum bitten wir am Johannestage, dass solches Übel uns nie plage! VIVAT!

Ins dritte Fass den Wein wir leeren, um Gott, den Schöpfer, auch zu ehren;
zu danken ihm für alle Gaben, die wir dies Jahr empfangen haben.
Er schenke uns Winzern auch weiterhin Freude, Wissen, Fleiß und Gewinn! VIVAT!

Nun, Hausherr, schenk ein von deinem heurigen Wein!
Er soll dir, deinen Lieben  und uns allen zur Gesundheit sein! VIVAT!

(Der Spruch stammt von Gregor Wiedeschitz und wurde 1990 von Prof. Dr. Adalbert Putz
überarbeitet bzw. neu formuliert) 
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