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#47 andreas jechsmayr, sommelier-staatsmeister, über unsere blaufränkisch-serie

Andreas Jechsmayr, amtierender Sommelier-Staatsmeister, über unsere Blaufränkisch-Serie – viel Spaß beim Lesen!

Kräftig, ehrlich, so wie man ein Original der Rebsorte kennt…
Hallo ich bin hier! Ein ehrlicher Naturbursche…
Wird zum Elitestudenten reifen…
Großer Wein aus dem Burgenland, Bewertungen im Höchstsegment möglich…
Blaufränkisch hoch elegant, hab nach 15 Sekunden zu zählen aufgehört…
Außerordentlich guter Wein!

BLAUFRÄNKISCH Classic Mittelburgenland DAC 2017
In der Farbe ist der Wein mit einem dunklen Rubinrot und violetten Reflexen ausgestattet.
Ein Beerenpotpourri von schwarzen Brombeeren, reifen Blaubeeren und dezenten Weichselnoten zeigen ein vielfältiges Fruchtaroma. Zarte Zimtaromen und schwarzer Pfeffer als Gewürzaromen, ein wenig Röstaromen im Hintergrund, die einen Ausbau in gebrauchten Fässern vermuten lassen.
Am Gaumen ist der Wein trocken, gleich am Beginn deutliche Fruchtnoten am Gaumen, die zuvor schon auch in der Nase erkennbar waren, gut eingebundene Säure und Tannin geben dem Wein Struktur, Körper und Alkohol sind für einen Rotwein im leichteren Bereich angenehm.

Ein trinkfreudiger Blaufränkisch, ein klassischer „Classic“, leicht gekühlt im Sommer optimal für Rotweinfreunde, Tischwein der auch schon zu Mittag kredenzt werden kann zu einer Winzerjause, kräftigen Fischgerichten mit gegrilltem Gemüse. Serviertemperatur bei 15° C.

BLAUFRÄNKISCH Original Deutschkreutz 2017
Sehr jugendliches Aussehen mit deutlich violetten Rändern, klarem granatroten Kern.
Saubere, einladende Nase, reife rote Brombeeren, sowie Heidelbeeren, Marzipan und Röstaromen – dezent an Vanille und Kakaobohnen erinnernd. Würzige Pfefferaromen, Nelken und Anis unterstreichen die Komplexität des Weines, jedoch ohne aufdringlich zu wirken. Nach wenigen Minuten gehen die Aromen in die Tiefe, Lakritze und Mineralität ergänzen das Geruchsprofil.
Kräftiger Ausdruck am Gaumen, Säure und Tannin straffen den Charakter des Weines, auf Grund der Jugend ist der Alkohol noch nicht voll eingebunden und spürbar. Bei den Fruchtaromen ergänzen Himbeeren das Aromaspiel zu den Heidel- und Brombeeren. Würzig geht der Wein ins Finish und bleibt lange im Abgang haften.
BLAUFRÄNKISCH Original 2017 wirkt noch ein wenig aus der Balance, was sich in den nächsten Monaten sicher durch Lagerung legen wird. Der Charakter des Weines ist kräftig und ehrlich – so wie man ein Original der Rebsorte kennt.
Wenn Sie diese Flasche aus Ihrem Weinkeller holen, versuchen Sie die Temperatur zu halten, mit 14 – 15° Celsius tut man dem Wein und sich selbst einen Gefallen. Eine Karaffe zu Beginn oder größere Weingläser können dem Wein nur gut tun.

Faschierte Laibchen oder faschierter Braten sowie Schweinsbraten mit Erdäfpelknödel sind durchwegs gute Freunde am Tisch des Delinquenten.

BLAUFRÄNKISCH Original 2016
Beim Anblick der schönen kräftigen granatroten Farbe freut sich bereits das Auge auf den Wein, der uns hier erwartet. Blitzsauber und strahlend klar, der Anblick, sowie auch die Nase. Kräftiges Aroma nach Heidelbeermarmelade, Thymian- und Salbeinoten, weiße Mandeln und Würze nach schwarzem Pfeffer.
Der Gaumen ist trocken, gewichtiger als der Blaufränkisch Mittelburgenland DAC, Tannin kräftig und ein wenig pelzig, Säure schließt sich ebenfalls gut. Ist sehr kräftig am Gaumen, die Kräuternoten unterstützen eine gewisse Wildheit des Weines. Die Frucht bringt ein wenig Süße mit und sänftigt ein wenig den Charakter.
Beim Trinken werden Freunde eines typischen Blaufränkisch viel Freude haben, rassig und ein wenig ungehobelt. Die Einladung ist ausgesprochen, dieser Wein sagt „Hallo, hier bin ich!!!“, ein ehrlicher Naturbursche.
Wenn man diesen Wein leicht gekühlt bei etwa 16° trinkt, tut es nicht weh, einige Zeit in einer Karaffe gelüftet.

Der Blaufränkisch Original eignet sich als Tischwein sowie auch zu gebratenem Hirschrücken, frischt gebratenem Antipasti Gemüse und Saltim Bocca.

BLAUFRÄNKISCH Ried Fabian Mittelburgenland DAC 2017
Ried Fabian ist eine der klassischen Rotweinlagen im Mittelburgenland. Im Glas zeigt der Wein ein Granat- bis Rubinrot, das ein wenig an Grenache erinnert. Die kräftigen Schlieren und Kirchenfenster lassen schon bei der Betrachtung auf hohen Alkohol schließen.
Beim ersten Reinriechen strömen reife rote Himbeeren in die Nase, gefolgt von Lakritz und Pfeffernoten. Etwas herbe Strenge im positiven Sinne, die noch auf den jugendlichen Charakter des Weines zurück zu führen ist und nach einiger Zeit sich einbindet.
Nach einigen Minuten öffnet sich der Wein, die Frucht wird komplexer mit dunklen Beeren und Kirscharomen. Jetzt zeigt der Blaufränkisch Fabian, unterstützt durch Holzaromen, Würze, getrockneten Kräutern und deutlichen mineralischen Aromen nach Lehmboden seine Vielschichtigkeit.
Beim Trinken ist der Wein noch jugendlich, Säure frisch und straff, Tannin ein wenig kernig – jedoch reif und animierend. Frucht und Holzaromen unterstützen einen sehr positiven Eindruck, mit 14% Alkohol ist dieses Produkt doch schon „ein schönes Bröckerl“, das im Laufe der nächsten 3 Jahre zum Elitestudenten reifen wird.
Der Blaufränkisch Ried Fabian DAC sollte noch ein wenig ausgelagert werden, die Geduld wird sich lohnen. Vor dem Genuss würde ich den Wein 60 Minuten in einer Karaffe schlummern lassen, unterstützt durch ein Burgunder Glas bei etwa 17 – 18 Grad genießen.
Perfekt mit geschmortem Lammbraten, Haschee Knödel von meiner Mutter oder Pot au Feu (französischer Fleischeintopf über dem Feuer).

BLAUFRÄNKISCH Reserve Mittelburgenland DAC 2015
Sehr tiefe und kräftige Farbe, Granatrot und noch immer zarte violette Reflexe.
In der Nase zeigt sich der Wein sehr vielschichtig, reife Beeren, ein wenig Kirsche, Zwetschken – schon fast an Likör erinnernde Intensität. Würze nach Pfeffer und Röstaromen, Mineralität nach feuchter Erde, Vanille und Lakritze vom Holzausbau.
Am Gaumen voll, kräftig und sehr balanciert. Säure bringt Frische, das Tannin reif und kräftig, gibt dem Wein den Rückhalt, den er benötigt. Früchtepotpourri von Beeren, Weichsel, Kirsche und Zwetschken, sehr würzig – Pfeffer und Kreuzkümmel, getrocknete Kräuter, Holzausbau in neuen Eichenfässern, sehr langer Abgang.

Dieser Reserve Wein zeigt, welche Qualität und Klasse in Blaufränkisch möglich ist. Großer Wein aus dem Burgenland.
Für den perfekten Genuss sollte der Wein einige Zeit vor der Zeremonie geöffnet werden – ich würde 18° Celsius vorschlagen, sehr gut passend zu einem Lammrücken im Ganzen gebraten mit Ratatouille und Kartoffelgratin, Geschmorten Kalbsbackerl mit Sellerie Püree und geschmorten Jungzwiebeln.
Bewertungen im Höchstsegment möglich.

BLAUFRÄNKISCH Reserve Mittelburgenland DAC 2012
Schon beim Einschenken des Weines ist eine gewisse ölige Viskosität feststellbar.
Die Farbe ist ein leuchtend klares Granatrot, die Ränder dezent gereift. Die Viskosität setzt sich beim Schwenken des Glases fort und der Wein zeigt ein kräftiges Schlierenspiel.
Der Wein präsentiert sich in der Nase sehr ausgewogen, reife rote Himbeeren, schwarze Brombeeren, Cranberries, Hagebutte. Ein wenig Kakaobohne und Toffey verraten schon den Ausbau in Barrique Fässern. Würze geht wieder Richtung schwarzen Pfeffern, ein wenig Salbei als Kräuter Aroma – alles wirkt sehr balanciert und ausgewogen. Es zeigt sich schon eine gewisse Reife.

Beim Trinken rollt der Wein über den Gaumen – sehr ölig, schon fast wie flüssiger Schlagobers von der Konsistenz. Sehr intensive Frucht nach reifen Beeren, ergänzt durch reife Kirsche. Jetzt wirkt der Wein viel würziger als in der Nase, deutlich schwarzer Pfeffer, der mit dem Tannin sehr angenehm wirkt. Wie in der Nase alles sehr harmonisch – die Reife hat dem Wein wirklich gut getan. Der Abgang ist für einen Blaufränkisch hoch elegant, ich habe bei 15 Sekunden das Zählen aufgehört.
Der Trinkgenuss des BF Reserve 2012 ist definitiv jetzt – sollte die nächsten 3 – 5 Jahre locker überstehen, ob der Wein noch zusetzt sei dahin gestellt, ich finde diesen jetzt schon außerordentlich gut.
Einige Zeit vor dem Trinken öffnen, bei etwa 18° Celsius wird sich dieser Tropfen sehr gut entfalten.
Gönnen Sie sich dazu ein gutes Stück Fleisch, Wild Hase als Pfeffer geschmort, Gamsrücken im Wachholder Jus, …. Oder einfach mit guten Freunden, Familie zu besonderen Anlässen.

BLAUFRÄNKISCH JO.MA Grande Reserve 2013
Dieser neue Wein aus dem Hause Reumann zeigt ein kräftiges Rubinrot mit violetter Randaufhellung.
Die Nase wirkt ausgewogen, Sauerkirschen, Kirschen, rote Beeren und Marzipan. Im Weiteren schwarzer Pfeffer, feuchte Tonerde, Espresso, ein wenig Bitterschokolade, Lakritze. Das Holz steht trotz der langen Lagerung in neuen Barrique Fässern nicht im Vordergrund, ganz im Gegenteil, es wirkt eingebunden und begleitet den Wein.
Der Wein ist knochentrocken am Gaumen, zeigt sofort seine Muskeln. Tannin und Säure geben dem nicht nur Struktur, sondern vor allem Stabilität. Sehr kräftiger erster Eindruck, Alkohol unterstützt mit Körper und Extrakt. Die Frucht spiegelt die Nase wider, viel Kirsche und rote Beeren. Marzipan und ein wenig Kokos lassen den Holzeinsatz erahnen. Auf Grund der Saftigkeit kommt die Frucht zum zweiten Mal voll durch, im Abgang zeigt der Wein nochmals seine Muskeln – lang, straff und sehr lebendig.
Außerordentlich guter Wein aus einem mehr als schwierigen Jahrgang. Trotz seines Jahrganges noch sehr frisch und jugendlich, trotzdem mit viel Trinkfluss und animierend zu einer weiteren Flasche. Trotz alldem wird der Wein noch einiges an Zeit überdauern.
Dieser Wein kann ruhig bei 16 – 17 Grad Celsius getrunken werden, direkt aus der Flasche oder kurz belüftet. Als Speisenempfehlung Zwiebelrostbraten von der Beiried mit Röstkartoffeln, Rehgeschnetzeltes mit Schupfnudeln, Fondue Chinoise.

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