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#192 | Verwirrmethode in den Weingärten

Die Verwirrmethode oder Paarungsstörung, auch Verwirrungsverfahren, Konfusionsverfahren oder Verwirrungstechnik genannt, ist eine Methode zur Bekämpfung von Schadinsekten in der Landwirtschaft ohne Nützlinge zu gefährden.

Dabei nutzt man ein Verhalten einiger Insekten bei der Paarung. Die weiblichen Tiere verströmen Pheromone, um männliche Tiere anzulocken. Bringt man in ein Feld eine höhere Massenkonzentration von künstlich hergestellten Pheromonen aus, werden die männlichen Tiere orientierungslos und finden nicht mehr zum Weibchen. Dadurch wird die Vermehrung dieses Schädlings behindert. Die Verwirrmethode ist sehr artspezifisch, da jede Art eigene Pheromone oder Mischungen daraus verwendet.
Die Pheromone werden in speziellen, sogenannten Spaghetti-Dispenser wie ein Stück Draht an die Pflanzen gebunden.
Die Anwendung von Pheromonen führt nur zum Erfolg, wenn sich die Bewirtschafter mehrerer Anbauflächen zusammenschließen und sich bereit erklären diese Schädlingsbekämpfungsmethode anzuwenden. Außerdem muss der genaue Ausbringungstermin auf den ersten Flug der männlichen Falter abgestimmt werden. Er wird in der Regel vom Amtlichen Dienst mit Hilfe der Temperatursummenmethode ermittelt.
Ziel aller Ausbringungsarten ist es, die Pheromonkonzentration über mehrere Wochen im Feld hoch genug zu halten, ohne zu viel Pheromon auszubringen.
Die Pheromonkonzentration in der Luft wird mittels Elektroantennogramm bestimmt.
Das Verfahren gilt als ökologisch, da durch den Einsatz der Pheromone die Menge an chemischen Insektiziden verringert werden kann.
Positiver Nebeneffekt ist die Förderung der Populationsdynamik der Nützlinge.
Quelle: Wikipedia