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#140 | die eisheiligen | 5 lostage mit 5 ungebetenen gästen

Foto stammt aus dem Jahr 2016, wo der Spätfrost 60 % der frischen Triebe zerstörte…
Einmal im Frühling wird es in der Natur besonders spannend nämlich dann, wenn wir von den sogenannten „Eisheiligen“ heimgesucht werden.
Sie werden auch als Eismänner, Maifröste und Gestrenge Herren bezeichnet und haben natürlich Einflüsse auf das Werden unseres neuen Weinjahrganges…
Anfang Mai sind die Temperaturen bei uns bereits relativ hoch. Leider kann es oft an drei bis fünf Tagen noch einmal sehr kalt werden, was meistens auch Bodenfrost als Folge hat.
Mit Schauder erinnern wir uns an das Jahr 2016 zurück, wo der sogenannte Spätfrost am 28. April 60% der jungen Austriebe erfrieren ließ. Der Austrieb war schon schön fortgeschritten, aber leider hatte es in der Nacht von 27. auf 28. April – 5,5°C…
Dass sich das Wetter in etwa um dieselbe Zeit ein wenig änderte, wurde über Jahrhunderte hinweg beobachtet. Die Namensgebung dieser fünf Tage beruht auf die Namen von bestimmten katholischen Heiligen. Mamertus, Pankratius, Servatius, Bonifatius und die Kalte Sophie sind also die ungebetenen Gäste, mit denen wir zwischen dem 11. und 15. Mai heuer zu rechnen haben.

5 Bauernregeln zu den Eisheiligen verdeutlichen, wie man sich am besten in dieser Zeit verhält 😉

Vor Nachfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist!
Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz.
Servaz muss vorüber sein, will man vor Nachtfrost sicher sein.
Pankrazi, Servazi und Bonifazi, sind drei frostige Bazi. Und zum Schluss fehlt nie, die Kalte Sophie!
Pankraz und Servaz sind zwei böse Brüder, was der Frühling gebracht, zerstören sie wieder.
Pflanze nie vor der Kalten Sophie! Mamerz hat ein kaltes Herz!

Es bleibt um diese Zeit also besonders spannend..
Aber mit dem Wetter und seinen Launen zu leben, gehört zu unserem Winzerleben einfach dazu und auch das haben wir mittlerweile gelernt.