Qualität und Perfektion schaffen Genuss auf höchster Ebene
Josef:
Welche Voraussetzungen ermöglichen die Produktion großer Rotweine?
Tiefgründige Böden mit gutem Wasserhaushalt, genügend Sonnenstunden also warmes Klima, ausreichende Niederschläge, optimale Hangausrichtung, geringer Ertrag, alte Rebanlagen, saubere Verarbeitung, ideale Reifebedingungen.
Welche Eigenschaften muss ein Top-Wein für Sie haben?
Kräftige Farbe (außer bei Burgunder-Weinen); reife, mächtige Tannine, Tiefgang, Balance von Säure, Frucht und Alkohol, langer, angenehmer Abgang.
Ihre Weine haben eine ganz besondere Note, die sich in allen Sorten wider-
spiegelt.
Wie beschreiben Sie diese?
Saubere Nase, fruchtbetont, weiches Tannin, nicht überladen mit Alkohol, kein übertriebener Holzeinsatz, klare Sortentypizität.
Was ist für Sie im Wein wichtiger – Eleganz oder Frucht und Wucht?
Ich möchte Weine produzieren, die sich durch Harmonie, schnörkellose Eleganz und Sortentypizität auszeichnen. Sie sollten bereits in der Jugend durch Eleganz und eine angenehme Zugänglichkeit gekennzeichnet sein.
Ein balanciertes Säuregeflecht ist für mich die Grundlage für Eleganz im Wein. Eine passende, druckvolle Aromatik und eine unnachahmliche Eleganz und Finesse sollte bereits in der Nase beginnen und sich am Gaumen fortsetzen.
Elegante Weine sind Weine, die auf hohem Niveau einen ausgeglichen, positiven Eindruck hinterlassen.
Welche Weine haben für Sie mehr Zukunft - Cuvées oder reinsortige Weine?
Reinsortige Weine von autochthonen Rebsorten.
Welche Rebsorte spielt in Ihrem Betrieb die wichtigste Rolle?
Selbstverständlich Blaufränkisch - Die Blaufränkischreben gedeihen auf den schweren Löß- und Lehmböden des Mittelburgenlandes besonders gut. Je nach Erntezeitpunkt lassen sich aus den Trauben leichte und fruchtige, aber auch tanninreiche Weine mit einer intensiv roten Farbe ausbauen, die einen kräftigen, fruchtigen, charaktervollen Rotwein mit Aromen von Kirschen und Beeren hervorbringt.
Der, in der Jugend tieffruchtige Rotwein, wird durch die Lagerung samtiger und geschmeidiger und gewinnt auch zusätzliche Facetten. Seine Lagerfähigkeit ist sehr hoch.
Die vielen Vorzüge dieser Traube zeigen sich auch in Verschnitten mit anderen Sorten, denen sie mit ihrer Fruchtigkeit zu mehr Komplexität verhilft.
Welche Bedeutung haben die Sorten Cabernet Sauvignon und Syrah für Sie?
CS ist ein guter Cuvée-Partner. Problematisch ist die Reife in manchen Jahren.
Syrah ist sehr kälteempfindlich, braucht unbedingt den optimalen Standort und eignet sich auch als Cuvée-Partner, bringt Würze und Struktur.
Welche Beschäftigung fasziniert Sie an Ihrem Beruf am meisten?
Weine in ihrer Entwicklung und Reife beobachten und cuvéetieren.
Stichwort Cuvées: Sie sind ein Tüftler, der immer wieder gerne Neues ausprobiert: Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, welchen Wein Sie aus welchem Fass in welcher Menge cuvéetieren?
Das ist mein rein persönliches Gefühl und mein Geschmack hängt von meiner persönlichen Verfassung ab.
Sind ausschließlich Sie für die Weinbereitung verantwortlich?
Für die Weinbereitung bin alleine ich verantwortlich. Die letzten Entscheidungen fällen meine Frau und ich gemeinsam. Sie ist mein größter Fan aber auch meine härteste Kritikerin.
Wenn Sie jemand aus dem Schlaf rüttelt, welcher Wein kommt Ihnen zuerst in den Sinn?
Mein Phoenix. Der Wein macht mir selbst sehr viel Freude, ich weiß wie er gemacht ist, ich weiß, wie er schmeckt, ich bin mit ihm einfach sehr eng verbunden.
Soll die Produktionsmenge bzw. die Anbaufläche der Reben in nächster Zeit erhöht werden?
Wir arbeiten ausschließlich an der Qualitätssteigerung. Die Rebfläche und somit die Produktionsmenge wird in Zukunft nicht erhöht werden.
Wie stehen Sie zum Thema Naturkork, Glas- oder Schraubverschluss?
Im Klassik-Bereich ist der Schraubverschluss optimal und wird verstärkt von der Gastronomie bevorzugt.
Bei Premium-Weinen kommt für uns nur Naturkork in Frage.
Sie trinken gerne Weine aus Bordeaux. Welches Weingut können Sie auf keinen Fall mit leeren Händen verlassen?
Mouton Rotschild, Haut Brion
Wenn Sie den Jahrgang 2009 mit den übrigen Jahrgängen vergleichen, wo würden Sie das Jahr 2009 einordnen?
Er wäre für mich ein Jahrhundert-Jahrgang.
Wie sehen Sie das Jahr 2005 und 2008?
2005 war ein großer Jahrgang, vielleicht etwas tanninreich. 2008 hat Stil und Klasse.
Wie lautet Ihr Leitsatz?
Die Basis für Erfolg ist ein intaktes Familienleben, denn nur wenn das Privatleben funktioniert, bringt man im Betrieb auch etwas weiter.
Wie lautet Ihre Philosophie?
Der nächste Jahrgang wird noch besser sein.